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Araneola

die Weltenspinne


Würde mich hier und jetzt jemand fragen, wie es mir ginge, ich wüsste nichts zu antworten -
wüsste nicht, wie zu beschreiben, dieses Innergefühl, welches in mir brütet, sich jeden Moment aufzulösen droht und immer, wenn ich es zu fassen versuche, meinen Innerhänden entschwindet und sich in Nichts manifestiert.
Ich spüre tief in mir, wie meine Weltenspinne, die Araneola, ihre Wege in meinem Schicksal webt - und wenn ich lausche, dann vernehme ich ihren Atem - und meine Seele durchfließt ein altbekanntes Gefühl von Vertrautheit, denn sie hört in diesen Tönen ihre eigene Stimme.
Und jeder feine Schritt, den die Araneola zu treten wagt, vermag ein großer Schritt in meinem Schicksal zu werden, vermag ein Weltenveränderer, eine Weltenmutter oder ein Weltentöter zu sein.
Ich lausche ihr also, ohne zu greifen. Zwischen meinen Händen und ihren Beinen liegen Sphären. Sie würde nur zur Illusion werden.
Und vermag auch die Araneola in alle Zeiten zu sehen, so lausche ich ihr immer nur im Hier und Jetzt, denn selbst wenn ich vermochte in Zukunft und Vergangenheit zu treten, so würde mein Herz, meine Solarplexus, mein Körper, mein Geist in seiner Existenz zerbrechen, weil alles mit einem Mal zu voll wäre. Der Innerkelch würde nicht nur überlaufen, er würde in tausend Scherben zerspringen und ich mit ihm.
So beobachte ich nur, von fern und von nah - Raum spielt hier keine Rolle mehr. Der Faden zwischen der Araneola und meinem Herzen ist gleichzeitig so lang, wie die Existenz und so kurz, als ob er in mir anfängt und in mir aufhört. Meine Seele ist ihn manches Mal gegangen - ohne zu merken, ob dabei Zeit vergangen ist.
Auch heute tat sie dies. Und sie bewegte sich auf dünnen Faden, die mir Sorge machten. Ich würde Araneola gerne in Sicherheit wissen, aber dies vermag ich nicht zu entscheiden. Ich könnte andere bitten sie zu halten, Sphärenwesen, doch dies fühlt sich nicht richtig an.
Araneola muss stärker werden - oder sterben.
30.7.07 16:57
 


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